WDGK Weinreich Dietz Grünler Krieglsteiner

Nebenklage / Opferschutz

Die Nebenklage gibt Opfern die Möglichkeit neben der Staatsanwaltschaft als weiterer Kläger bei Gericht aufzutreten. Dem Opfer stehen dann eigene Verfahrensrechte zu. Eine Nebenklage ist möglich, wenn das Opfer Verletzter eines der im Katalog des § 395 StPO aufgeführten Delikte ist.
Zu diesen nebenklageberechtigten Personen gehören u.a. Opfer von Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, hierunter fallen der sexuelle Missbrauch von Kindern, die Vergewaltigung sowie der Menschenhandel. Ferner sind auch Opfer von Taten gegen die körperliche Integrität nebenklageberechtigt.
Ab Erhebung der öffentlichen Klage ist der Anschluss als Nebenkläger in jeder Lage des Verfahrens zulässig. Zu beachten ist jedoch, dass im Strafverfahren gegen Jugendliche die Nebenklage unzulässig ist.
Nach dem erfolgten Anschluss stehen dem Opfer in seiner Position als Nebenkläger zahlreiche Verfahrensrechte zu, die in der Hauptverhandlung zum tragen kommen. Während man als Zeuge vor der Vernehmung dem Sitzungssaal fern bleiben muss, hat das Opfer das Recht, während der gesamten Verhandlung anwesend zu sein, auch wenn es zu einem späteren Zeitpunkt noch als Zeuge vernommen werden wird. Ferner stehen dem Opfer ein Fragerecht, ein Beweisantragsrecht sowie das Recht zur Abgabe von Erklärungen zu. Darüber hinaus kann das Opfer unabhängig von der Staatsanwaltschaft Rechtsmittel einlegen.